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Die Alexander Otto Sportstiftung hat 2010 erstmals den mit insgesamt 35.000 Euro dotierten Werner-Otto-Preis im Hamburger Behindertensport ausgelobt. Gesucht wurden Konzepte und Projekte, die in besonderer Weise zur Integration und Förderung von behinderten Menschen im Sport beitragen und Nachahmungscharakter für andere Vereine und Instituionen haben. Eine Fachjury kürte unter den insgesamt 17 Bewerbungen die Gewinner.

Ausgezeichnet wurde mit dem Preis das Handbike-Projekt der HSV-Rollstuhlsportabteilung. Anerkennungen verbunden mit Preisgeldern erhielten das Blindenfußball-Team des FC St. Pauli sowie die Integrationssportabteilungen der TSG Bergedorf und des SV Eidelstedt für ihr umfassendes Sportangebot an behinderte Menschen. Einen Sonderpreis erhielt Sylvia Tartz-Maier von SportSpaß für ihr persönliches Engagement bei der Integration Gehörloser in einem Fitnesskurs.

Die Preisverleihung fand im März 2011 im Rahmen eines Senatsempfangs im Beisein von Hamburgs Erstem Bürgermeister Christoph Ahlhaus und rd. 150 Gästen aus Hamburgs Sport, Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien statt.

Christoph Ahlhaus, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg: „Es ist wichtig, dass es für alle Menschen in Hamburg – egal welcher Herkunft, welchen Alters oder welcher körperlichen Verfassung – ein breites sportliches Angebot gibt. Der Werner-Otto-Preis ist ein exzellentes Beispiel dafür, wie die Wirtschaft sich dafür einsetzt, dass für den Sport zukunftsweisende Projekte und Konzepte entwickelt werden. Gerade die Bedeutung des Behindertensports und die Leistung der Aktiven können dabei nicht hoch genug eingeschätzt werden.“

Alexander Otto, Kuratoriumsvorsitzender der Sportstiftung: „Meine Sportstiftung hat bereits verschiedene Projekte im Behindertensport gefördert. Mit dem Werner-Otto-Preis möchten wir besonders gute Konzepte und Projekte im Behindertensport auszeichnen und darauf aufmerksam machen, um sie zur Nachahmung zu empfehlen. Nicht zuletzt die großartigen sportlichen Leistungen bei den Paralympics in Vancouver haben gezeigt, dass der Behindertensport größere Aufmerksamkeit verdient. Wir möchten mit dem Preis dazu beitragen, die Integration behinderter Menschen weiter voranzubringen.“

Preissieger: Handbike-Projekt der HSV-Rollstuhlsport-Abteilung

Die Fachjury würdigte den Aufbau einer Handbike-Sparte durch die 200 Mitglieder zählende HSV-Rollstuhlsport-Abteilung. Neben dem gesundheitlichen Aspekt trägt der Handbikesport dazu bei, dass behinderte Menschen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, indem sie mit anderen Rollstuhlfahrern oder nicht behinderten Radfahrern gemeinsam Sport treiben. Das Sportgerät besteht aus einem per Handkurbel betriebenen Vorspann-Bike, das vor den im Alltag benutzten Rollstuhl gespannt wird. Es erweitert nicht nur den Aktionsradius um bis zu 500 Prozent im Vergleich zum herkömmlichen Rollstuhlantrieb, sondern erhöht auch die Fortbewegungsgeschwindigkeit um das bis zu Vierfache. Damit erreichen Handbiker Geschwindigkeiten wie Radfahrer. Der Handbikesport gehört inzwischen bei fast allen deutschen Fachkliniken zum Rehabilitationsprogramm für frisch verletzte Querschnittsgelähmte. Da die Kosten für das Gerät relativ hoch sind, wird die neue Handbike-Sparte von der Preissumme Handbikes anschaffen und den Mitgliedern im Rahmen wöchentlicher und besonderer Veranstaltungen zur Verfügung stellen.

Anerkennung: Blindenfußball-Team des FC St. Pauli

Das Blindenfußball-Team des FC St. Pauli ist ein Sportangebot für junge und ältere Menschen unterschiedlichen Geschlechts, für Leistungssportler und Bewegungsbegeisterte, für sehende, sehbehinderte und blinde Menschen. Neben dem FC St. Pauli engagieren sich im Profifußball bislang nur sehr wenige Vereine für den Blindenfußball. Im letzten Jahr ist es dem Blindenfußball-Team gemeinsam mit seinem Verein und mit Unterstützung der Stadt Hamburg gelungen, auf dem Gelände der Blindenschule am Borgweg einen blindengerechten Kunstrasenplatz herzurichten. Derzeit werden im Verein bezahlte Trainerstellen für den Blindenfußball geschaffen, um den Bedürfnissen der gehandicapten Sportler noch gerechter zu werden. Das Blindenfußball-Team des FC St. Pauli nimmt an der Blindenfußball-Bundesliga und verschiedenen Veranstaltungen und Lehrgängen teil und richtet jährlich das zweitägige bundesweite Hallenmasters aus.

Anerkennung: Integrationsprojekt der TSG Bergedorf

Honoriert wurde das sehr differenzierte Angebot der Integrationssportabteilung der TSG Bergedorf, um den Bedürfnissen von Menschen mit geistiger oder Mehrfachbehinderung gerecht zu werden. Die Abteilung zählt 160 Mitglieder bestehend aus Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Im Mittelpunkt stehen der Austausch und das Miteinander von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung. Das Angebot bezieht sich sowohl auf den Breiten- als auch den Leistungssport und umfasst wöchentlich 13 verschiedene Sportangebote in verschiedenen Neigungs- und Leistungsstufen, die Abnahme des Sport- und Mehrkampfabzeichens, Teilnahme an Wettkämpfen und Turnieren, Unterstützung von Betreuern und Veranstaltungen, Integrationsreisen sowie einen vereinsinternen Fahrdienst.

Anerkennung: SV Eidelstedt

Eine Anerkennung erhielt der SV Eidelstedt für sein Integrationssport-Projekt. 1988 hat der Verein mit dem Aufbau integrativer Sportgruppen begonnen und unterhält inzwischen sieben heterogene Sportlergruppen sowie zwei homogene Schwimmgruppen für Kinder mit Beeinträchtigungen. Die Sportgruppen werden grundsätzliche von mehreren qualifizierten Übungsleitern betreut. Neben dem Sportbetrieb setzt sich der Verein intensiv für die Belange von behinderten Menschen ein, indem er u.a. Kooperationen und Patenschaften zu Schulen, Vereinen und Behinderteneinrichtungen unterhält. So wirkt der Verein am jährlichen Aktionstag zur Gleichstellung von Behinderten und zur Barrierefreiheit im Stadtteil mit und gestaltet die interne Aus- und Weiterbildung von pädagogischen und sportpädagogischen Betreuern für eigene und andere Integrationssportvereine.

Anerkennung: Gehörlosen-Fitnessgruppe von Sylvia Tartz-Maier

Einen Sonderpreis für ihr persönliches Engagement erhielt Sylvia Tartz-Maier für ihr Fitnessangebot für gehörlose Frauen. Sie hat sich selbst umfassendes Wissen über Gehörlosensportler angeeignet und macht seit 2005 innerhalb des Vereins SportSpaß Angebote für gehörlose Frauen in ihrer Fitnessgruppe „Fit ab 40“, in der auch nicht behindere Frauen und Männer trainieren.

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